Was versteht man unter Menschenhandel?

Der Artikel 182 des Strafgesetzbuches definiert Menschenhandel als Handel zum Zwecke der sexuellen Ausbeutung, der Ausbeutung der Arbeitskraft oder zwecks Entnahme von Körperorganen. Das Delikt Menschenhandel steht fast immer im Zusammenhang mit Migration. Die TäterInnen machen sich die Armut im Heimatland zu Nutze und werben die Betroffenen mit falschen Versprechungen über Arbeits- und Heiratsmöglichkeiten an. Nicht selten werden die Opfer von Personen angeworben, die ihnen bekannt sind oder zu denen sie sogar eine enge Beziehung haben. Die Opfer werden durch Drohungen und Gewalt in eine Abhängigkeit gebracht und ausgebeutet.

Es wird geschätzt, dass in der Schweiz jährlich 1500 bis 3000 Menschen Opfer von Menschenhandel werden, die meisten davon Frauen zum Zweck der sexuellen Ausbeutung. Frauen, die in der Schweiz von Frauenhandel betroffen sind, stammen aus allen Teilen der Welt.

Oft halten sich die Opfer von Menschenhandel illegal in der Schweiz auf. Dies erhöht ihre Abhängigkeit und ihre Erpressbarkeit und liefert sie den TäterInnen aus. Meistens werden den Betroffenen sämtliche Reisepapiere und Dokumente weggenommen. Sie müssen horrende Beträge für Reise- und Vermittlungskosten bezahlen. Betroffene, die versuchen, aus der Ausbeutungssituation zu fliehen, sind oft Bedrohungen ausgesetzt.

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