Rechte im Strafverfahren

Das Opfer gemäss Opferhilfegesetz kann sich durch eine Person seiner Wahl begleiten lassen, wenn es von der Polizei oder der Staatsanwaltschaft als Auskunftsperson oder als Zeuge befragt wird.

Die Vertrauensperson kann moralisch unterstützen, jedoch nicht stellvertretend für die betroffene Person Fragen beantworten oder Anträge stellen. Sie darf die Antworten der betroffenen Person nicht beeinflussen.

Das Opfer wird über die Anordnung und Aufhebung der Untersuchungs- oder Sicherheitshaft sowie über eine Flucht der beschuldigten Person informiert. Es kann auf diesen Anspruch verzichten.

Von Sexualdelikten Betroffene können eine Befragung sowie eine Übersetzung durch eine Person des gleichen Geschlechts verlangen. Sie können auch verlangen, dass im Gericht mindestens eine Person gleichen Geschlechts vertreten ist. Fragen zum Intimbereich können ohne Angabe von Gründen verweigert werden. Der Ausschluss der Öffentlichkeit von der Gerichtsverhandlung kann beantragt werden.

Die betroffene Person kann verlangen, dass sie während des ganzen Strafverfahrens der beschuldigten Person nicht direkt begegnen muss. Die Strafbehörde kann ausnahmsweise eine Begegnung anordnen, wenn diese zwingend erforderlich ist.

Die betroffene Person kann sich als Privatklägerin oder -kläger am Strafverfahren beteiligen. Dazu muss sie sich ausdrücklich als Straf- und/oder Zivilklägerin oder -kläger erklären. Sie kann dann an sämtlichen Beweiserhebungen der Staatsanwaltschaft und der Gerichte teilnehmen und Beweisanträge stellen, Zivilansprüche (Schadenersatz und Genugtuung) geltend machen, die Zustellung von Entscheiden verlangen und Rechtsmittel ergreifen.

Zum Schutz von Kindern gibt es im Strafverfahren besondere Bestimmungen.