Paare, Paarberatung

Für Paare, in deren Beziehung eine Gewaltproblematik besteht, gibt es auch die Möglichkeit gemeinsam zu Gesprächen auf die Beratungsstelle zu kommen. Mit diesem Angebot soll Paaren die Möglichkeit gegeben werden, gemeinsam ihr Handeln, ihre Wahrnehmungen und ihre Gefühle zu reflektieren und einen Weg aus der Gewalt zu finden.

In verschiedenen Situationen kann eine Paarberatung sinnvoll sein. So bei Paaren, die feststellen müssen, dass sie ihre Konflikte gewalttätig austragen und es teils zu gegenseitigen Tätlichkeiten kommt.

Wenn von beiden Partnern ausdrücklich der Wunsch besteht, dass die Beziehung weiter geführt werden soll, können gemeinsame Gespräche auch nach einer Polizeiintervention oder einem Frauenhausaufenthalt hilfreich sein, um die Beziehung auf eine neue, gewaltfreie Basis zu stellen. Eine Beratung kann auch in einer Trennungsphase stattfinden, um eine Eskalation von Gewalt zu vermeiden.

Zielsetzung der Paarberatung

Oberstes Ziel der Beratung ist die Vermeidung weiterer Gewaltausübung und die Verhinderung einer gewalttätigen Eskalation. In der Beratung werden Themen, die ein Eskalationspotential haben besprochen und Möglichkeiten einer gewaltfreien Konfliktbewältigung erarbeitet. Wichtig sind in diesem Zusammenhang die Auseinandersetzung mit den eigenen Anteilen an tätlichen Konflikten sowie die Übernahme von Verantwortung für die eigenen Handlungen. Durch die Beratung soll die gegenseitige Rücksichtnahme, der Respekt vor den Grenzen und der Autonomie des Anderen gefördert werden. Erst wenn ein Paar erkennen kann, dass gewalttätiges Verhalten keine Konflikte löst, sondern Konfliktlösungen vermeidet, ist die Voraussetzung für die Bearbeitung eigentlicher Konflikte geschaffen.

Um der weiblichen und männlichen Sichtweise gleichen Raum zu geben, wird die Beratung in Co-Leitung von einem gemischtgeschlechtlichen Beraterteam durchgeführt. Die Beratungen im Rahmen der Opferhilfe sind kostenlos.

Voraussetzungen für eine Paarberatung

Damit eine Paarberatung begonnen werden kann, braucht es bestimmte Voraussetzungen:

  • bei Mann und Frau besteht grundsätzlich eine Motivation für eine gemeinsame Beratung
  • beide haben die Bereitschaft sich mit den anstehenden Problemen, insbesondere mit der Gewaltproblematik auseinanderzusetzen und Verantwortung für ihr Handeln zu übernehmen

Die Durchführung einer Paarberatung ist nicht möglich wenn eine schwere Misshandlungsbeziehung mit klarem Machtungleichgewicht besteht, sexuelle Gewalt im Vordergrund der Problematik steht oder gravierende Suchtprobleme oder psychische Probleme eine Beratung im vorgesehenen Rahmen verunmöglichen.